Wohnmobil-Vermietung: So sind Sie richtig versichert

Erento Redaktion – 14. Nov 2016

Greg and Jan Ritchie/Shutterstock

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Sie möchten Ihr Wohnmobil entgeltlich an Dritte vermieten oder tun dies bereits? Wussten Sie schon, dass Sie Ihre Wohnwagenversicherung dann um den Tarif „mit Vermietung“ ergänzen müssen? Anderenfalls besteht kein Versicherungsschutz. Um bei der Wohnmobilvermietung auf der sicheren Seite zu sein müssen Sie sich richtig versichern, damit etwaige Schäden, die durch den Wohnwagen oder am Fahrzeug verursacht werden, Sie nicht vor unlösbare finanzielle Probleme stellen.

Grundlagen

Wie bei Ihrem privaten Pkw auch ist die Haftpflichtversicherung für Ihr Reisemobil gesetzlich vorgeschrieben. Die Fahrzeugversicherung ist für Ihren Wohnwagen oder Ihr Wohnmobil genauso optional wie bei Ihrem privaten Pkw, unterschieden wird auch hier in Teilkasko und Vollkasko.

Einen guten Versicherer für Ihr Wohnmobil zu finden ist jedoch gar nicht so leicht, da die meisten Versicherer den Schutz für Vermieter nicht anbieten, da das Risiko von Schäden gerade bei Vermietungen sehr hoch ist. Mittlerweile gibt es jedoch einige spezialisierte Anbieter, die verschiedene Tarife für Wohnwagen und Wohnmobile zur Vermietung anbieten.

Tarif-Dschungel

Im Tarif-Dschungel den Überblick zu behalten kann gerade für Wohnmobilversicherungen sehr schwierig werden, da sehr unterschiedliche Leistungspakete der Versicherer den Vergleich unterschiedlicher Anbieter erschweren. Ein ausgiebiger Tarifvergleich kann jedoch bares Geld sparen.

Vergessen Sie nicht auch die allgemeinen Geschäftsbedingungen der jeweiligen Anbieter ganz genau zu studieren, da diese teilweise Ausschlussklauseln enthalten, die sich auf eine eventuell eintretende Schadensregulierung auswirken können.

Leistungsumfang

Der Leistungsumfang der Wohnwagenversicherung im Tarif mit Vermietung gleicht dem der normalen Wohnwagenversicherung. Sie als Besitzer müssen Ihr Fahrzeug natürlich genauso mit einer Haftpflichtversicherung versichern, damit es zum öffentlichen Straßenverkehr zugelassen werden kann. Die Deckungssumme bei der Wohnmobilversicherung mit Tarif mit Vermietung liegt in der Regel bei 100 Millionen Euro pauschal, d.h. dies ist für jedes Modell gleich. Gerade wenn Sie Reisemobile vermieten, sollten Sie sich jedoch nicht nur auf die Absicherung gegen Haftpflichtschäden beschränken. Leider ist es doch häufiger der Fall, dass Mieter mit gemieteten Gegenständen manchmal nicht so sorgfältig umgehen wie mit ihrem Eigentum. So kann es recht schnell zu kleineren oder größeren Schäden kommen, dessen Kosten Sie als Besitzer andernfalls selbst tragen müssen. Daher lohnt sich der Abschluss einer zusätzlichen Vollkaskoversicherung für Sie in jedem Fall.

Fahrzeugversicherung

Bei der Fahrzeugversicherung haben Sie die Wahl zwischen einer Voll- oder Teilkaskoversicherung. Eine Teilkaskoversicherung deckt z. B. den Diebstahl des Fahrzeuges sowie Schäden, die durch Sturm, Hagel, Brand und Überschwemmung entstehen, ab. Auch der Zusammenstoß mit Haarwild oder die direkten Folgen eines Marderbisses sind genauso abgesichert wie Glasbruch. Wenn Sie eine Vollkaskoversicherung abschließen, haben Sie zudem den Vorteil, dass zusätzlich zu allen Leistungen der Teilkasko auch alle Schäden, die durch den Mieter oder durch Vandalismus verursacht wurden, abgedeckt sind. Der ADAC rät Besitzern von neuen oder gut erhaltenen Wohnmobilen, unbedingt eine Vollkaskoversicherung abzuschließen, auch wenn hierfür die höchsten Beiträge anfallen.

Kosten

Die Kosten, die für die Versicherung entstehen, richten sich in der Haftpflichtversicherungin erster Linie nach dem Listenpreis Ihres Wohnmobils.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Einstufung in die Schadenfreiheitsklasse (SF). Diese richtet sich danach, wie lange Sie bereits gefahren sind ohne einen Schaden zu melden. Bis 2013 waren die Schadenfreiheitsklassen bei Wohnmobilen auf SF 10 begrenzt, inzwischen ist jedoch eine Skalierung bis SF 20 möglich. Zahlreiche Versicherer unterscheiden allerdings nur 10 oder sogar nur drei Schadenfreiheitsklassen, sodass es sich lohnt die Angebote der Versicherer hinsichtlich der Einstufungen gründlich zu vergleichen. Wenn Sie Ihren Caravan mit Saisonkennzeichen fahren, sollte Ihr Fahrzeug mindestens sechs Monate lang zugelassen bleiben, da eine kürzere Fahrsaison nicht auf den Rabatt der jeweiligen Schadenfreiheitsklasse angerechnet wird.

Der Beitrag für die Voll- oder Teilkaskoversicherung richtet sich neben der Höhe des Listenpreises auch nach der selbst gewählten Höhe der Selbstbeteiligung. Dafür stehen Ihnen mehrere Varianten zur Auswahl. Während die Selbstbeteiligung in der Teilkasko meistens bei 500 Euro pro Schadensfall liegt, liegt der Betrag in der Vollkasko zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Gut zu wissen

  • Eine Vollkaskoversicherung sichert oftmals nicht der Neuwert, sondern nur den Zeitwert ab.
  • Schließt Ihre Versicherung nur Haarwild ein, so ist der Schaden, der durch einen Zusammenstoß mit einem Tier entsteht, nicht versichert. Am besten ist es, wenn Ihre Versicherung Schäden durch „Tiere aller Art“ abdeckt.
  • Im Schadensfall ist nicht bei jeder Versicherung die freie Werkstattwahl gegeben.
  • Der Geltungsbereich vieler Versicherungen ist meistens auf Europa beschränkt, Erweiterungen sind oft kostenpflichtig.
  • Das Fährrisiko wird auch nur von wenigen Anbietern abgesichert: Wenn das Wohnmobil über Bord gespült oder auf Anweisung des Kapitäns geopfert wird, so leisten nur wenige Versicherer Ersatz.
  • Wenn Sie Solaranlagen oder andere kostspielige Geräte eingebaut haben, sollten Sie dies dem Versicherer melden, um im Schadensfall auf der sicheren Seite zu sein.
  • Für Dauercamper gibt es eine gesonderte Campingversicherung, die Inneneinrichtungen von Caravans mit versichert.

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