Nachhaltig reisen mit dem Wohnmobil: Das ist zu beachten

Erento Redaktion – 16. Februar 2018

Nachhaltig verreisen mit dem Wohnmobil

Nachhaltigkeit wird in der heutigen Zeit immer wichtiger, denn Schwierigkeiten wie die Klimaerwärmung, das Ozon-Loch und die allgemeine Umweltverschmutzung zeigen bereits jetzt starke Folgen für Mensch und Tier. Vor allem das Autofahren, welches Abgase produziert, wird von Umweltspezialisten immer wieder negativ bewertet. Doch ist es dann überhaupt möglich, auch als umweltbewusste Familie mit dem Wohnwagen Urlaub zu machen? Und wenn ja, welche Dinge sollten Sie beachten? Wir verraten es Ihnen!

Erst 2017 war ein generelles Dieselmotoren-Verbot für die Fahrt in deutsche Innenstädte im Gespräch. Sie fragen sich also nicht umsonst, ob denn das nachhaltige Reisen mit dem Wohnmobil möglich ist. Ereignisse wie der Diesel-Skandal von VW (Volkswagen) verbessern die Meinungen über dieselbetriebene Fahrzeuge nicht wirklich. Doch im Vergleich mit normalen Hotelaufenthalten ist der Urlaub mit dem Wohnmobil wesentlich umweltschonender. Dabei spielt laut des Öko-Instituts Freiburg nicht nur die Anreise mit dem Flugzeug eine Rolle, sondern auch der eigentliche Hotelaufenthalt.

Die folgenden Gründe spielen bei der negativen Klimabilanz von Hotels eine Rolle:

  • Die Küche ist im Regelfall 24 Stunden in Betrieb.
  • Die Wärmetheken des Buffets verbrauchen viel Energie.
  • Handtücher, Bettbezüge und Co. müssen ständig gereinigt werden.
  • Buffets sind oftmals mit Lebensmitteln überladen, sodass viele Speisen weggeworfen werden müssen.

Im Vergleich zum Reisemobil sehen Sie also die Unterschiede, denn bereits aufgrund der begrenzten Wohnfläche können Sie gar nicht so viele Dinge mitnehmen und werden für sich selbst kochen und nicht für mehrere Personen. Sie können genau kalkulieren, was Sie benötigen und punktgenau verbrauchen. Zudem werden Sie Handtücher und Bettlaken nicht täglich austauschen, sondern mehrfach verwenden.

Wohnmobile in den Bergen

Im Klartext heißt das, dass Sie folgende Einsparungen bei Ihrem Wohnmobilurlaub in Bezug auf die Umweltverschmutzung haben:

  • Geringerer Wasserverbrauch durch weniger Geschirr, weniger Wäsche und andere Wasserfresser
  • Stromersparnis, die bei einigen Caravans sogar durch unabhängige Solar-Paneele erzeugt wird
  • Geringere Heizkosten (oftmals wird sowieso nur im Sommer verreist)
  • Lebensmittelmengen, die speziell auf Sie und Ihre Familie zugeschnitten sind
  • Es muss keine Waldfläche bebaut werden, um einen großen touristischen Wohnkomplex zu erreichten
  • Angestellte entfallen, die teilweise auch mit dem Auto angereist kommen
  • Geringerer Schadstoffausstoß als bei Reisen mit dem Flugzeug

Im Durchschnitt kann von etwa 17 Kilogramm CO2-Äquivalente bei Hotelurlauben und nur 1,5 Kilogramm CO2-Äquivalente bei Wohnmobilurlauben ausgegangen werden.

Die besten Tricks zum nachhaltigen Reisen mit dem Wohnmobil

Möchten auch Sie endlich den Schritt zum Ecocamping machen, wissen aber noch nicht so recht, wie Sie das anstellen sollen beziehungsweise worauf Sie achten müssen? Dann lesen Sie sich unsere Top-Tipps durch!

Mit dem Campervan unterwegs

Tipp #1: Das richtige Wohnmobil ist entscheidend

Achten Sie auf ein möglichst modernes Reisemobil. Dabei kommt es nicht so sehr auf das generelle Alter, sondern viel eher auf das Alter des Motors an. Hinterfragen Sie ruhig die Informationen Ihres Caravan-Anbieter und holen Sie sich unabhängige Expertenmeinungen – auch aus dem Internet – ein. Möchten Sie wirklich umwelt- und ressourcenschonend unterwegs sein, dann achten Sie konkret auf die Euro 5 oder auch Euro 6 Abgas-Norm. Bei Anbietern wie Erento sind umwelttechnisch alle Wohnmobile auf den neuesten Stand, so dass Sie diese bedenkenlos mieten können.

Tipp #2: Energiesparendes Fahren on-the-road

Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die Sie beachten können. Zum einen sind natürlich kurze Anreisen wesentlich umweltschonender als lange Fernstrecken. Zum anderen ist auch die Aufenthaltsdauer entscheidend. Bei langen Anfahrten sollte auch ein möglichst langer Aufenthalt erfolgen. Die CO2-Ausstoß bleibt zwar derselbe, allerdings verteilt sich dieser statistisch gesehen über einen längeren Zeitraum. Gleiches gilt auch, wenn der Caravan ausgelastet ist. Sprich: Je mehr Personen mitfahren, desto geringer der Pro-Kopf-Verbrauch. Für eine vierköpfige Familie müssen Sie keine zwei Campingwagen mieten oder gar kaufen.

Tipp #3: Wenig Ballast

Ein Tipp, der Ihnen sicher einleuchtend sein wird. Je geringer das Gewicht, desto geringer der Energieverbrauch des Wagens und damit weniger Sprit, der benötigt wird. Auch können Sie die Dachträger entfernen, sofern Sie diese nicht verwenden. Spritsparend ist zudem der passende Reifendruck. Mit einem perfekten Reifendruck ist die Reibung und damit der Widerstand zwischen Reifen und Fahrbahn wesentlich geringer als mit einem zu niedrigen Reifendruck. Kontrollieren Sie diesen auch bei jedem Tanken mit den an den Tankstellen bereitstehenden Geräten.

Tipp #4: Stationären Energieverbrauch verringern

Natürlich benötigen Sie auch beim Aufenthalt am Campingplatz Energie. Allerdings können Sie diesen wesentlich verringern mit ein paar kleinen Tricks, die wir Ihnen im Folgendem zusammenfassen:

  • Bevorzugen Sie Solaranlagen oder Brennstoffzellen anstatt Dieselgeneratoren. Diese sind wesentlich umweltschonender, da kaum bis gar keine Schadstoffe ausgestoßen werden.
  • Lassen Sie die Klimaanlage nicht 24 Stunden laufen. Ein ökologischer Urlaub im Wohnmobil findet sowieso die meiste Zeit im Freien statt, womit Sie keinen klimatisierten Innenraum benötigen. Zudem können Sie die Temperaturen auch mit unseren Tricks natürlich kontrollieren und in Zaum halten.
  • Verwenden Sie doch mal eine Klimaanlage im Sommer oder eine Heizung im Winter, dann halten Sie auf jeden Fall Fenster und Türen geschlossen, so dass die beheizte beziehungsweise gekühlte Luft nicht nach Außen weicht.
  • Achten Sie bereits bei der Suche nach einem Stellplatz auf eine ökologische Campinganlage.
  • Verwenden Sie keine „scharfen“ Putzmittel, sondern vielmehr ökologische Seifen und Co.

Tipp #5: Den Geldbeutel schonen

Ja, auch das kann zum nachhaltigen Reisen mit dem Wohnmobil hinzuzählen: die Kosten. Dabei möchten wir nicht nur das Thema Mietkosten oder Anschaffungskosten ansprechen, sondern vor allem die Versicherungen. Diese Ausgaben machen meist einen Großteil der monatlichen Belastung Ihres Kontos aus, weshalb Sie die Tarife einzelner Gesellschaften genau überprüfen müssen. Achten Sie dabei besonders auf den Selbstzahlungsanteil, der im Schadenfall durch Unfälle eventuell anfällt. Zudem sollten möglichst viele Schäden abgedeckt werden. Dazu gehören auch Einbruch sowie Diebstahl.

Tipp #6: Das richtige Einkaufen

Im Wohnmobil sind Sie Selbstversorger. Das bedeutet, dass Sie sich selbst um Ihre Lebensmittel und ähnliches kümmern müssen. Dabei können Sie einiges für die Umwelt tun. Einer der wichtigsten Punkte hierbei ist der Fleischkonsum. Ein täglicher Fleischgenuss ist dabei zu vermeiden, denn unser Körper benötigt bei einer ausgewogenen Ernährung nicht die tägliche Fettzufuhr von Wiener Würstchen, Sonntagsbraten oder Bratwürsten.

Allein der Transport der Futtermittel für die Tiere produziert einen großen CO2-Ausstoß. Berücksichtigen Sie dann noch die oftmals schlechten Haltungsbedingungen der Tiere sowie der Transport der Tiere zum Schlachter und anschließend zum Supermarkt, vergeht Ihnen die Lust am übermäßigen Fleischessen wahrscheinlich.

Soll dann doch mal ein leckeres Schnitzel auf den Tisch, so können Sie auf entsprechende Siegel achten. Auf welche Siegel Sie sich hierbei verlassen können, verraten Ihnen die Ratgeber unabhängiger Testinstitute, dessen Zertifizierungslisten Sie nach kurzer Suche im Internet finden.

Ein weiterer Tipp ist, regional einzukaufen. Nutzen Sie regionale Obst- und Gemüsesorten sowie den Biobauern aus Ihrem Ort. Bedenken Sie aber auch, dass Sie mit dem Wohnmobil in eine andere Gegend fahren und keine großen Kühlschränke oder Gefriertruhen haben. Deshalb unser Top-Tipp zum Thema „nachhaltig Einkaufen“: Kaufen Sie von regionalen Anbietern am Zielort ein und zwar immer nur soviel, wie Sie auch wirklich benötigen. So vermeiden Sie, dass die gekauften Lebensmittel verderben und schlussendlich weggeworfen werden müssen. Zudem unterstützen Sie die regionalen Bauern vor Ort und verhindern lange Transportwege mit viel CO2-Ausstoß.

Tipp #7: Energie sparen

Das Energiesparen kennt wohl jeder von Zuhause. Doch auch im Campingwagen können Sie einiges tun, um nicht so viel Energie zu verschwenden. So können Sie beispielsweise die Wäsche an der Luft trocknen. Das spart zudem auch noch einiges an Platz, da kein großer Trockner mit muss. Einfach ein paar Wäscheklammern sowie eine Wäscheleine mitnehmen und diese beispielsweise zwischen zwei Bäumen aufhängen. Damit tun Sie aber nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern auch Ihrem Geldbeutel. Immerhin kostet ein Trockner durchschnittlich zwischen 500 und 700 Euro in der Anschaffung.

Auch sollten Sie Energiesparlampe in Ihrem Caravan verwenden. Hierdurch können Sie bis zu 40 Euro und 15 Prozent Strom sparen. Des Weiteren sind folgende Aspekte zu beachten, wenn Sie energiesparend verreisen möchten:

  • Auf die Energieeffizienzklasse der Kühlgeräte achten
  • Klimaanlage ausschalten
  • Wände gut isolieren
  • Grillen anstatt kochen

 

Tipp #8: Plastikmüll vermeiden

Plastik finden wir heutzutage an jeder Ecke. Ob die Wasserflasche oder das Gemüse aus dem Supermarkt, alles ist in Plastik verpackt. Doch mit ein paar Tricks können Sie darauf verzichten, denn Kunststoffmüll verschmutzt Umwelt und vor allem die Meere. Fische nehmen vor allem Mikropartikel auf, die dann in deren Darm gelangen und dort verweilen. Durch den Verzehr von Fischen gelangt dann der Plastikmüll wieder in den menschlichen Organismus. Sie können sich wahrscheinlich schon denken, dass dies nicht unbedingt gesund ist.

Verwenden Sie also lieber Glasflaschen und nutzen Sie zum Verstauen Ihrer Lebensmittel Ihre eigenen Dosen und Aufbewahrungsgefäße. Diese bestehen zwar meist ebenfalls aus Plastik, werden jedoch öfter verwendet und produzieren dadurch keinen zusätzlichen Müll. Beim Kauf von Gemüse können Sie zum Markt oder Bio-Bauern um die Ecke gehen und Ihren eigenen Korb mitnehmen, um die Lebensmittel zu transportieren.

Nachhaltiges Reisen im Wohnmobil

Wenn Sie immer noch ein schlechtes Gewissen haben…

Sehr umweltbewusste Menschen haben dennoch oftmals ein schlechtes Gewissen gegenüber unserer Mutter Natur, wenn sie mit dem Wohnmobil verreisen. Hierfür suchen Wissenschaftler und Ingenieure allerdings bereits nach Lösungen. So sind erste Prototypen von Elektro-Wohnmobilen bereits im Test. Allerdings sind diese aufgrund von zu geringen Reichweiten und sehr langen Ladezeiten noch nicht einsatzfähig.

Eine weitaus schnellere sowie einfachere Variante ist das „Freikaufen“ von Umweltsünden. Das hört sich zunächst etwas merkwürdig und sehr kapitalistisch an, wird aber von vielen Menschen bereits in Anspruch genommen. Sogenannte Umweltzertifikate können Sie direkt beim Kauf von Treibstoff erwerben. Durch den Kauf dieser Zertifikate unterstützen Sie verschiedene Umweltprojekte weltweit. Einige Käufer haben deshalb den Eindruck, CO2-Neutralität zu erhalten.

Ist Ihnen das zu „undurchsichtig“, dann spenden Sie doch direkt an eine Organisation Ihrer Wahl oder beteiligen Sie sich aktiv bei Aktionen. Für jeden Geschmack ist etwas zu finden. Ob Sie nun eher in Richtung Tierschutz und Massentierhaltung oder doch eher auf die Rodung der Wälder oder vielleicht sogar die Verschmutzung der Meere eingehen möchten – nach kurzer Recherche im Internet finden Sie sicher die passende Vereinigung, die auch Ihre Interessengebiete vertritt.

Eine weitere Ausgleichsvariante könnte der Verzicht auf ein Auto im Alltag sein oder aber das Verreisen auf lange Dauer, wie wir es bereits im Tipp Nummer 2 angesprochen haben. Bei einem Fahrtweg von 2000 Kilometern sollten Sie auf jeden Fall circa drei Wochen stationären Aufenthalt am Campingplatz haben.

Die besten Öko-Reiseportale im Überblick – zahlreiche Ideen für Ihren Öko-Urlaub

Reisemagazin Anderswo

Die Website zum gleichnamigen Magazin bieten Ihnen viele Ideen für alternative Urlaubsorte. Unterkünfte, Veranstalter und Regionen werden hier für Ihren Caravan-Urlaub vorgestellt. Hierbei geht es vor allem um Alternativen zum herkömmlichen Tourismus.

Fair unterwegs

Hierbei handelt es sich um einen Förderkreis, der Ihnen individuelle Entscheidungshilfen sowie Tipps zum Thema „Nachhaltig Campen“ bietet. Auch verschiedene Siegel in der Tourismus-Branche, die Ihnen eine offizielle Orientierungshilfe zum für Sie passenden Urlaubsort geben sollen, werden vorgestellt.

Viabono

Viabono setzt sich aktiv für die Förderung von nachhaltigem Tourismus in Deutschland ein. Dementsprechend finden Sie auf der Website umwelt- und klimaschonende Hotels und andere Unterkünfte. Dabei haben Sie die Wahl von Campingplätzen auf dem Bauernhof bis hin zu beeindruckenden Schlössern, die einen Stellplatz für Ihr Wohnmobil in der Nähe haben. Besonderes Highlight ist die mögliche Mitgliedschaft bei Viabono. Sind Sie Mitglied, erhalten Sie tolle Rabatte für Ihre nächste nachhaltige Reise.

BookDifferent

Hinter BookDifferent verbirgt sich mehr als nur eine Buchungsplattform für Reisende, die auf Ihren CO2-Abdruck achten möchten. So wird mit jeder Buchung die Hälfte der Einnahmen an eine Wohltätigkeitsorganisation, die Sie sich selbst heraussuchen können, gespendet. Zusätzlich finden Sie Angaben zu der CO2-Bilanz jeder Unterkunft.

Good Travel

Hier finden Sie nicht nur eine akribisch ausgewählte Liste an Orten, die Ihnen ein nachhaltiges Reisen ermöglichen, sondern auch Anbieter der dortigen Bioküche. So können Sie sich sicher sein, dass Sie Angebote wahrnehmen, die Ihrem Motto des Ressourcen-schonenden Urlaubs vertreten.

Forum „Anders Reisen“

Hierbei handelt es sich um einen Verband von rund 130 Veranstaltern, die den nachhaltigen und ressourcenschonenden Urlaub unterstützen und diesen fördern beziehungsweise vorantreiben möchten. Das Motto aller teilnehmenden Reiseanbieter ist „Urlaub, der an Mensch und Umwelt orientiert ist“. Auch aus diesem Grund lassen sich alle Mitglieder des Verbands das CSR-Zertifikat (das Corporate Social Responsebility Zertifikat) aushändigen, sodass der Urlaub für Sie ethisch sowie sozial vertretbar ist.

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